Zivilschutzübung

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Zivilschutztüchtigkeit, was bedeutet das für uns Einsatzkräfte?

Wir wissen, wie wir Verletzte unter Trümmern retten, Brücken bauen, Gebäude abstützen und die Infrastruktur wiederherstellen. Doch was ist der Unterschied bei einem Einsatz im Zivilschutzfall, bei dem es um die Sicherheit der Bevölkerung geht, bei dem aber auch die Sicherheit der Einsatzkräfte neu gedacht werden muss? 

Welche Strategien sind sinnvoll, wenn es um den Aufbau und Betrieb eines Bereitstellungsraums und die autarke Versorgung und Verpflegung der Einsatzkräfte geht? Wie kann die Rettung von Verschütteten erfolgen, gleichzeitig aber auch die Sicherheit der Helferinnen und Helfer bei einem erneuten Zwischenfall gewährleistet werden? 

Benjamin Kiepke, Sven Quintel und Manuel Klinnert haben bei der Planung der diesjährigen Wochenendübung ihr Augenmerk speziell auf diese Aufgabenstellung gerichtet. Auf dem Übungsgelände des Forstgut  Eickhof in Liebenau konnten wir unter realistischen Übungsbedingungen verschiedenste Szenarien durchspielen und Antworten auf diese Fragen finden. 

Die beiden Zugtrupps arbeiteten an diesem Wochenende in gemischten Teams. Neben der Einsatzleitung übernahmen sie auch den Meldekopf und Lotsendienst. Die Fachgruppe Ortung und der Trupp Unbemannte Luftfahrtsysteme übernahmen die Suche der verletzten Personen. Die beiden Bergungsgruppen retteten die 20 Verletzten, darunter sowohl Dummys als auch realistische Verletztendarsteller, die unter Trümmern verschüttet bzw. in einem Gebäude versteckt waren. Die Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung war für den Aufbau des Bereitstellungsraums (BR) zuständig. Für die Verpflegung der 66 teilnehmenden Einsatzkräfte war unsere Fachgruppe Logistik-Verpflegung zuständig. Für die Unterstützung bei den Vorbereitungen und der Durchführung bedanken wir uns bei den THW Kameradinnen und Kameraden aus Burgdorf und Stadthagen.

Das Thema Zivilschutz rückt aktuell zwar besonders in den Fokus, war aber schon bei der Gründung des THW im Jahr 1950 ein zentraler Bestandteil.

Für die Bevölkerung bedeutet Zivilschutz weit mehr als nur die unmittelbare Hilfe in einer akuten Lage. Er ist ein entscheidender Faktor für Sicherheit und Stabilität in außergewöhnlichen Krisen. Im Ernstfall geht es darum, das tägliche Leben so schnell wie möglich wiederherzustellen: Menschen in Sicherheit zu bringen, medizinische Versorgung zu sichern, kritische Infrastruktur wie Wasser- und Stromversorgung aufrechtzuerhalten und die Verteilung von lebensnotwendigen Gütern zu organisieren. Zivilschutz schafft damit Vertrauen – Vertrauen darauf, dass im Notfall Strukturen vorhanden sind, die Schutz bieten und handlungsfähig bleiben. Für viele Bürgerinnen und Bürger bedeutet er auch ein Stück Normalität in einer Ausnahmesituation. Durch vorbereitete Einsatzpläne, geschulte Einsatzkräfte und erprobte Abläufe werden Unsicherheiten reduziert und die Resilienz der Gesellschaft insgesamt gestärkt.

Neben der organisierten Hilfe durch Einsatzkräfte spielt auch die Selbsthilfe der Bevölkerung eine entscheidende Rolle im Zivilschutz. Jede und jeder kann durch Vorsorge einen Beitrag leisten – sei es durch einen kleinen Vorrat an Lebensmitteln und Wasser, die Kenntnis von Erste-Hilfe-Maßnahmen oder das Wissen um Notfallpläne im eigenen Haushalt. Diese Eigeninitiative entlastet im Ernstfall die Einsatzkräfte und ermöglicht es, das Hilfe gezielt dort ankommt, wo sie am dringendsten benötigt wird. Informationen sind auf der Webseite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe im Bereich "Vorsorge" zu finden.

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