Die goldenen Zeiten - 1985 bis 1990

1985 - Die neue Unterkunft

Die goldenen Zeiten des Ortsverbandes brachen 1985 an. An der Max-Müller-Straße, wie die Wiesenauer Straße damals noch hieß, wurde der seinerzeit bundesweit teuerste und größte Unterkunftskomplex des THW bezogen. Vier Millionen D-Mark (2,04 Millionen EUR) hat der Bund für die damals modernste Einrichtung seiner Art bezahlt. Sie wurde Vorbild für die Bauten vieler weiterer Ortsverbände.

Endlich waren die stadtweit verteilten Einheiten zusammengezogen. Sechs Bergungszüge und ein Instandsetzungszug hatten ein adäquates Zuhause gefunden. Nun entwickelte sich auch das notwendige Zusammengehörigkeitsgefühl untereinander. Die Kluft zwischen der ersten und zweiten Bergungsbereitschaft wurden endlich überwunden.

Großzügig untergebracht konnte das gesamte Potenzial des Ortsverbandes entfaltet werden: Gemeinsame Ausbildungsveranstaltungen sorgten für einen einheitlichen Ausbildungsstand. Die Helfer lernten sich untereinander kennen. Stärken und Schwächen der anderen Kameraden konnten eingeschätzt und die taktischen und technischen Möglichkeiten der Einheiten waren transparent und damit planbar.

Die Fahrzeuge standen endlich gemeinsam in einer Halle, was die Organisation von Wartung und Reparaturen deutlich vereinfachte. Kraftfahrerdienste konnten zentral durchgeführt werden. Die Generaluntersuchung von Fahrgestell, Aufbauten und Ausstattung fand in einem Durchgang in der Zentralwerkstatt in Bad Nenndorf, an der damaligen Katastrophenschutzschule des Landes Niedersachsen statt.

Fast vergessen waren die Probleme der vergangenen Jahrzehnte, als Mitte der achtziger Jahre die letzten Fahrzeuge alter Bauart durch neue Mannschaftskraftwagen (MKW), Instandsetzungskraftwagen (IKW) und Gerätekraftwagen (GKW) ausgetauscht wurden.

Die Einheiten waren personell gut ausgestattet. Der Ortsverband hatte so großen Zuspruch, dass man sich sogar erlauben konnte, den ersten Bergungszug als reinen Ausbildungszug zu organisieren. Jährlich wurden bis zu 30 neue Helferanwärter aufgenommen. Die Mindestverpflichtungszeit betrug zehn Jahre, die Einheitsführer konnten sehr langfristig planen.

Gut bestückt war auch die Kleiderkammer des Ortsverbandes. Fast jede Kleidergröße wurde vorgehalten. An eine zentrale, ressourcensparende Verwaltung hatte noch niemand gedacht.

Zwei Verpflegungstrupps sorgten für das leibliche Wohl der bis zu 350 Helfer.

Um sich auch noch die letzten offengebliebenen Wünsche erfüllen zu können, wurde 1987 der Förderverein gegründet. Die „Vereinigung der Helfer und Förderer des Technischen Hilfswerks Hannover e.V.“ - abgekürzt „THW-Helfervereinigung Hannover e.V.“ ermöglicht seitdem die Anschaffung und den Unterhalt von Gerätschaften, die nach den offiziellen Vorschriften nicht in den Ortsverband gehören. Gleichzeitig ist sie für den Ortsverband ein starker Lobbyist und unterstützt kameradschaftliche Veranstaltungen.
Ein besonderer Schwerpunkt der Helfervereinigung: Die Förderung der Jugendarbeit. Durch ihr Zutun konnte 1992 das Blockhaus für die Jugendgruppe finanziert werden. Damit hatte die seit Jahren im Ortsverband erfolgreich arbeitende und in den normalen Dienst der „Erwachsenen“ integrierte Gruppe ihr eigenes Refugium im Ortsverband.

Letzte Änderung: 05.10.2009